München – Hermannstadt (Sibiu) mit dem Auto

I LOVE Romania

Inzwischen habe ich etwas Erfahrung, was diese Strecke München – Hermannstadt (Sibiu) betrifft und gebe gerne meine Erfahrungen an diejenigen weiter, die sich überlegen zum ersten Mal von Deutschland nach Rumänien zu fahren. Rund 1250 Kilometer wollen bewältigt werden und können nervenaufreibend werden, wenn man dafür dann 17 und mehr Stunden unterwegs ist. Es ist aber auch ohne zu rasen in etwas mehr als 13 Stunden zu schaffen und eine optimale Vorbereitung spart Stress.

Die Maut

In allen drei mautpflichtigen Ländern kann man das Datum, abe dem die Vignetten gültig sind auswählen und daher schon frühzeitig kaufen.

In Österreich, Ungarn und Rumänien wird für Autobahnen Maut verlangt. Seit diesem Jahr kann man die Maut für Österreich online bezahlen und muss nicht mehr für das „Pickerl“ an der Tankstellenkasse anstehen. Unter https://shop.asfinag.at bekommt man für 9,20 € eine 10-Tages-Vignette und für 26,80 € eine 2-Monats-Vignette für den PKW.
In Ungarn und Rumänien gibt es diese elektronische Maut schon länger und böswillige Zungen sagen den Österreichern ja eine gewisse Langsamkeit nach.

Für Ungarn empfehle ich die offizielle Adresse https://ematrica.nemzetiutdij.hu , da etliche andere Online-Anbieter von Vignetten für Ungarn wesentlich teurer sind. Die Seite ist bis auf wenige Stellen komplett auf Deutsch umschaltbar. Zum Kauf muss man sich ein Konto anlegen und kann dort später auch die Rechnung als PDF abrufen. Für den PKW unter 3,5 t kostet die 10-Tages-Vignette 3500 Forint (aktuell knapp 11 €) und für einen Monat 4780 Forint (aktuell knapp 15 €). Ich empfehle den Kaufbeleg auszudrucken und bei sich zu führen.
WICHTIG:
* Die Vignette, das PDF oder die E-Mail mindestens ein Jahr aufbewahren (siehe unten: Probleme mit der Maut).
* Umlaute im Kennzeichen als normale Buchstaben eingeben (z.B. MU anstatt MÜ)

Die Vignette für Rumänien bekommt man unter https://www.roviniete.ro/de/info/Rovinieta-online ohne Einrichtung eines Kontos. Hier zahlt man lediglich 14,28 Lei (ca. 3 €) für die 10-Tages-Vignette und 33,32 Lei (ca. 7 €) für die 1-Monats-Vignette – also ein echtes Schnäppchen. Allerdings hat das auch seinen Grund, wie ich später noch ausführen werde.
Auch hier ist es kein Fehler, den Kaufbeleg auszudrucken und mit zu führen.

Probleme mit der Maut

In Ungarn werden Fahrzeuge relativ häufig unbemerkt kontrolliert. Noch Monate später kann man eine Zahlungsaufforderung der UAI (Ungarische Autobahn Inkasso GmbH, Eggenfelden) bekommen, da es offensichtlich Probleme mit dem Abgleich von Kennzeichen gibt. Besonders oft betroffen sind Kennzeichen mit Umlauten, da das Online-Portal diese nicht erlaubt und das Fahrzeug daher nicht erkannt wird. In diesem Fall sollte man sofort Widerspruch einlegen, die Vignette und eine Kopie der Seite 1 des Fahrzeugscheins mitschicken. Bei Problemen bekommt man auf der Seite -> https://autobahninkasso.de/kontakt.html per Live-Chat Unterstützung durch einen ausnehmend freundlichen Kundensupport.
Wird man ohne Vignette in Ungarn erwischt, werden etwas über 120 € Strafe fällig (inkl. Bearbeitungsgebühren, etc.).

Route durch Deutschland

Nicht nur bei Ferienbeginn empfiehlt es sich, die Verkehrslage zu beobachten. Die Route über die A8 von München nach Salzburg ist äußerst stauanfällig und auch die Route über die A94 kann man aufgrund des immer noch nicht kompletten Ausbaus derAutobahn nach Passau vergessen. Relativ ruhig fährt man über die A92 von Neufahrn über Landshut nach Deggendorf und dann die A3 nach Passau runter. Auf der A3 kommt es zwar auch gerne zu Staus, die im Vergleich zur A8 aber meist harmlos sind.
Da ich nördlich von München wohne, nehme ich die paar Kilometer Umweg zur Schonung meiner Nerven in Kauf.
Die Grenze zu Österreich ist zur Zeit immer noch ein Problem, da zwar nicht wirklich kontrolliert wird, aber der Verkehr trotzdem verlangsamt wird und sich so zwangsläufig oft längere Staus bilden.

Route durch Österreich

Österreich empfinde ich immer als sehr anstrengend. Über die A1/A21 kommt man nur zweispurig nach Wien, weswegen man am besten Tage mit LKW-Fahrverbot wählt. Keinesfalls sollte man sich vom Navi durch Wien lotsen lassen, wie es mir dieses Mal passiert ist. Lieber Stau auf der Umfahrung S11, als 20 km hinter der Tram von Ampel zu Ampel im Stop-and-Go durch die Stadt.
Billig tanken kann man, wenn man die A4 bei Nickelsdorf kurz verlässt.
In Österreich muss man den meisten Zeitverlust einkalkulieren, es sei denn, man legt seine Abfahrtszeit so, dass man nachts das Land durchquert.

Route durch Ungarn

Die einzige und große Problemstelle in Ungarn ist Budapest. Dort wird an der Autobahn M5 fleißig gebaut und kommt man zu Stoßzeiten unter der Woche hier vorbei, steht man ganz sicher länger im Stau. Ansonsten ist Ungarn unproblematisch, da das Verkehrsaufkommen mit Ausnahme um Budapest relativ moderat ist. Über die M45 erreicht man die ungarisch/rumänische Grenze. In der Regel findet hier die erste wirkliche Passkontrolle statt. Vor rumänischen Feiertagen (insbesondere Weihnachten und Ostern) fahren unglaublich viele Rumänen aus Deutschland und Österreich nach Hause. Also lieber einige Tage vorher fahren!

Route durch Rumänien

Die Autobahnen in Rumänien ist teilweise besser als in Deutschland. Allerdings gibt es hin und wieder durch Bodenabsenkungen ober -anhebungen gefährliche Fahrbahnwellen. Das Tanken kann zur Herausforderung werden, da es kurz nach der Grenze zwar Tankstellen gibt, die aber nur aus Containern und einer Containertankstation bestehen. Hier muss man auch bei wenig Verkehr 20 Minuten für eine Tankfüllung rechnen. Hat man genügend Sprit, sollte man bis Timeshoara durchfahren.
Auf der A1 kommt man vor allem nachts bequem bis kurz vor Margina. Dort endet die Autobahn erst mal mit einer abenteuerlichen Kehre über die man auf die E673 kommt. Es folgen hier 54 km rumänische Landstraße und dazu noch ein kleiner Pass. Nicht zu weit rechts fahren wegen der Fahrbahnabbrüche und Schlaglöcher wird bei Gegenverkehr von 32-Tonnern zur Herausforderung. Der Autobahnabschnitt von Margina nach Deva ist zwar gerade im Bau, aber eben leider noch nicht fertig.
Update 04.07.2019:
Nach aktuellen Zeitungsmeldungen aus Rumänien soll die Strecke von Lugoj nach Deva im August 2019 eingeweiht werden. Allerdings garantiert eine Einweihung nicht unbedingt die Eröffnung der neue Straße (siehe auch -> hier).
Hat man allerdings Mina Deva und die A1 nach Sibiu wieder erreicht, sind die restlichen gut 120 km ein Klacks.

Fazit

Die optimale Zeit in München los zu fahren ist abends zwischen 20 Uhr und 22 Uhr an einem Samstag Abend. Bisher bin ich morgens gegen 7:00 Uhr oder 8:00 Uhr losgefahren und dann muss man mit 15 bis 16 Stunden rechnen. Vor Feiertagen habe ich auch schon über 17 Stunden gebraucht.
Was Ostern betrifft, sollte man daran denken, dass sich der orthodoxe Ostertermin vom katholischen unterscheidet.

Drum bun!

Weitere Tipps für Rumänien:
-> Wie man ein Bankkonto eröffnet und Verträge übrnimmt

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