Schitul Sibiel – Das Kloster von Sibiel

Schild Schitul Sibiel

Das Cibin-Tal zwischen Crinţ und Sibiel

Sibiel ist ein kleiner, aber im Sommer von Rumänen sehr gut besuchter Touristenort, über den ich demnächst mehr schreiben werde. Etwa 5 km immer am Cibin flußaufwärts in Richtung Crinţ liegt das kleine Kloster von Sibiel. Der Forstweg schlängelt sich durch ein teils sehr schmales Tal, das sich der Cibin hier gegraben hat. Die Sonne scheint an vielen Stellen nur kurz in das Tal, so dass der Schnee lange liegen bleibt und die Bäume aufgrund der Feuchtigkeit an den Stämmen viel Moos ansetzen. Im Winter ist es hier etwas trostlos, aber für die heißen Sommertage verspricht der Fluss und die Landschaft angenehme Kühle.


Nach knapp 5 km vom Ortskern Sibiels weitet sich das Tal ein wenig und auf einer Anhöhe liegt die alte, kleine Kirche (Sfantului Proroc Ilie Tesviteanul) und die größere, neue Kirche. Das nicht mehr erhaltene alte Kloster Schitul Sibiel wurde 1550 das erste Mal urkundlich erwähnt und diente wohl als Ausbildungsstätte für Priester und Kirchensänger. Der Historiker Stefan Mates schreibt, dass sich dort auch Dorfbewohner im Lesen und Schreiben üben konnten, bis 1767 die Schule in Sibiel gegründet wurde. Die Mönche waren auch für die Übersetzung, das Kopieren und Verfassen von Büchern wie das Triodion (ein Arbeitsbuch für die Fastenzeit) zuständig.

Lageplan
Lageplan

Am 12. Mai 1786 kamen die Truppen des österreichischen Generals Bucov nach Sibiel und rissen das alte Kloster nieder. Auf dem Gelände blieb nur noch die Einsiedler-Zelle und eine Steinmauer übrig, die 1840 abgerissen wurde. Das einzige noch vorhandene Gebäude, die Zelle, wurde 1948-1949 vom Priester Traian Popovici aus Sibiel renoviert und einige Mönche kehrten in die Einsiedelei zurück.

Die neue (links) und die alte (rechts) Kirche des Schitul Sibiel
Die neue (links) und die alte (rechts) Kirche des Schitul Sibiel

Nach dem -> Dekret 410 von 1959 (rum.) wurde die Einsiedelei wieder geschlossen, ihre Gebäude blieben in der Obhut der Gläubigen im Dorf Sibiel, die Kunstgegenstände des Klosters wurden in das Museum in Sibiel und in das Bruckenthal Museum in Sibiu gebracht. Hintergrund des Dekrets 410 war, dass die atheistischen und autoritären Machthaber in den Klöstern die Gefahr sahen, dass sie die antikommunistische Widerstandsbewegung unterstützen und regimefeindlichen Menschen Schutz bieten könnten. In Regierungsdokumenten wurde ganz offen von der „schwarzen Armee von Mönchen und Nonnen“ gesprochen, die mit allen Mitteln bekämpft werden müsse.

Der Klosterbetrieb wurde erst 1991 wieder aufgenommen, als vier Nonnen hierher kamen und die heutige Einsiedelei gründeten. Die Kirche in der alten Zelle war viele Jahre lang der Ort der Anbetung. 2002 wurde mit den Bauarbeiten für die neue Kirche Sfânta Treime begonnen, die im Sommer 2003 eingeweiht wurde. Heute leben einige wenige Mönche hier.

Die neue Kirche Sfânta Treime
Die neue Kirche Sfânta Treime

Mit bescheidenen Mitteln versuchen die Mönche derzeit einen größeren Wohnkomplex zu errichten, der außen derzeit noch im Rohbau ist. Auf Spenden angewiesen ist das unter Verwendung der geringen finanziellen Kirchenmittel kein leichtes Unterfangen.

Rohbau des neuen Klosterkomplexes
Rohbau des neuen Klosterkomplexes

Ich habe bei meinem Besuch kurz überlegt, einem der Mönchen von von deutschen Klöstern zu erzählen. Dort erwirtschaftet man sich zusätzlich zu den hier nicht vorhandenen Kirchensteuereinnahmen noch viel Geld mit Klosterrestaurant, Biergarten, Brauerei und allerlei Wohlfühlkursen. Aber Geld scheint ihnen nicht so wichtig zu sein.

Trinkwasser
Trinkwasser

Links zu weiteren Informationen:
-> Sfințirea Bisericii de la Schitul Sibiel din județul Sibiu
-> Clip: Wanderweg Sibiel – Cetatea Salgo – Poiana Godea – Schit Sibiel – Sibiel


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