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Die Kirche mit der Sau in Dipşa

In Dipşa, knapp 20 km südlich von Bistriţa gelegen, fällt dem aufmerksamen Besucher an einer der Stützen neben dem Hauptportal eine kleine Statue eines Schweins auf. Der Name der Ende des 15. Jhds. erbauten Kirche lautet biserica scroafei, was man mit Kirche der Sau oder Die Kirche mit der Sau von Dipşa übersetzen könnte. Der Name geht auf eine Legende zurück, die sich mit den geschichtlichen Gegebenheiten dieser Gegend deckt und so darf man annehmen, sie ist nicht frei erfunden ist.

Gegen Ende des 12. Jhds, wurden große Teile Rumäniens immer wieder von von Tartaren überfallen und geplündert. Das führte auch zum Bau der vielen -> Kirchenburgen und Wehrkirchen in ganz Transsilvanien. Die Dorfbewohner von Dipşa waren zu dieser Zeit nur wenige und mangels einer tauglichen Befestigung  zur Verteidigung, entschlossen sie sich zu fliehen, als sie von der drohenden Gefahr hörten. Schmuck, Geld, Gold, kostbare Teppiche und andere wertvolle Gegenstände wollten sie jedoch vor Ort verstecken, um sie nicht durch Überfälle oder Raub auf der Flucht zu verlieren. Alle Wertsachen wurden in die Teppiche gepackt und in einer Wanne auf einem Feld vergraben. Sobald die Tartaren wieder abgezogen waren, wollten sie zurückkehren und den Schatz wieder heben – so war zumindest der Plan.

Als die Dorfbewohner zurückkehrten, wollten sie den Schatz wieder ausgraben, aber nachdem sie ihn nicht mehr finden konnten, gingen sie davon aus, dass die Tartaren ihnen zuvor gekommen waren.

200 Jahr später stieß ein Schwein beim Graben auf dem Feld nach allerlei Essbarem auf die Wanne. Da ein Schwein zu jener Zeit in Rumänien als verschlagenes und böses Tier galt, wollten die Dorfbewohner die Wertsachen nicht unter sich aufteilen, sondern beschlossen, vom Ertrag eine Kirche zu bauen. Der Sau wurde trotz ihres schlechten Rufs aus Dankbarkeit der Platz an der rechten Stützsäule neben dem Portal mit der kleinen Statue gewidmet. Von hier aus blickte sie die Kirchenbesucher beim Betreten des Kirchhofs über die letzten Jahrhunderte im Boden wühlend an.

Die Sau an der Kirche

Die heute orthodoxe Kirche wird zur Zeit am Dach notdürftig repariert, nachdem in den letzten Jahren die Turmuhr überholt wurde.
Dipşa auf -> siebenbuerger.de

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