Rückblick: Die 44. Woche 2019

Rückblick - Bildquelle Andreas Barth / pixelio.de

Die Enterprise aus dem Regierungsviertel in Berlin ist auch in der 44. Woche unterwegs, um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Regierungsformen zu testen und neue Wähler zu verlieren. Es klappt ja auch wieder nichts.

Bildquelle Titelbild: Andreas Barth / pixelio.de

Montag, 28. Oktober (44. Woche 2019)

Deutsche Technologieträume: Peter Altmaier, der gefürchtete Gast jeden Buffets, hat GaiaX ausgerufen.

Altmaiers Behörde habe „in den vergangenen Wochen gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus der Wirtschaft die ersten Schritte hin zu einer vernetzten Dateninfrastruktur für Deutschland und Europa erarbeitet“, hieß es aus dem Ministerium. In dem Papier wird eine solche Vernetzung als „Wiege eines vitalen, europäischen Ökosystems“ bezeichnet.

Quelle: https://www.zeit.de/digital/2019-10/gaia-x-digitalgipfel-peter-altmaier-cloud-server

Die Wiege eines vitalen, europäischen Ökosystems?
Herr Altmaier, eine tolle Wortschöpfung, dieses „Ökosystem“. Hört sich herrich grün an, auch wenn Ökonomie gemeint ist. Egal, denn Bosch, SAP, Telekom, Deutsche Bank und Siemens werden sich ihre Finger verbrennen und am Ende vor Microsoft und amazon nackt dastehen. Bislanf haben wir in Europa weder einen ernst zu nehmenden Prozessoren-Entwickler, außer SAP keinen Softwarekonzern, kein eigenes Navigationssystem (das GPS ist amerikanisch) und schon lange keine echten Innovationen mehr. Wir haben kein konsequent verlegtes Glasfasernetz und oft nicht mal Handy-Empfang und das aber zu Wucherpreisen. Mich erinnert das an den Weltraumbahnhof des gleichen Herrn aus der -> letzten Woche.


Brexit: Das war ja klar! Die EU gewährt (!) einen weiteren Aufschub für die Briten. Sie muss, denn ohne die Briten sinkt die EU immer weiter in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit. Mit 2,4 Billionen (BIP) sind das 17% der EU-Wirtschaftsleistung, die verloren gehen. Erst Mitte der 2019er-Jahre musst die EU den Rang als weltgrößte Wirtschaftsunion an die USA bzw. China abgeben und repräsentiert inzwischen laut Wikipedia nur noch 22,8% der Weltwirtschaftsleistung.
Da hat man mit den Briten einfach verdammt hoch gepokert!


Thüringen: Da habe ich mich gestern schwer geirrt! Die CDU hat doch verstanden, dass wer sie wählt nicht von der Linken regiert werden will. Viele konservative CDU-Wähler könnten dann bei der nächsten Wahl zur AfD überlaufen, wie es bei diesen Wahlen ja schon der Fall war. So sieht es derzeit nach einer Duldung einer linken Minderheitsregierung durch die CDU aus. Das werden viele Wäher nicht so wahrnehmen und der konservative Schein bleib gewahrt.
In Berlin ziehen trotzdem Gewitterwolken auf.

Dienstag, 29. Oktober (44.Woche 2019)

Rechte Zecken: Im „patriotischen“ Internet entwickelt sich eine größer werdende Gemeinde, die mit der schlechten Stimmung im deutschen Volk gerne Kapital schlagen möchte. Da gibt es zig YouTube-Kanäle, die um Geld resp. „Spenden“ betteln. Ganz frech ist z.B. -> www.hallo-meinung.de. Dort darf der angesäuerte Bürger dann für 36 Euro pro Jahr seine Meinung rein tippen. Oder -> Freihoch3, eine Totgeburt im Comic-Stil.


Niedergang: Zu Peter Altmaiers Idee der europäischen Cloud passt das diesjährige Ergebnis des Weltwirtschaftsforums, wonach nur noch ein Unternehmen aus Deutschland in der Liste der 100 wertvollsten Unternehmen geführt wird: SAP auf Platz 58. Im Ranking der Top 10 Ländern ist Deutschland innerhalb eines Jahres von Platz 3 auf Platz 7 abgerutscht. Wenn jetzt noch VW aus der Liste der umsatzstärksten Unternehmen raus fliegt, dann ist Deutschlandauch da ganz raus. Wir schaffen das!


Altmaier stürzt: Ein Omen für Merkel? Die Bundesregierung ist inzwischen ziemich einsturzgefährdet. Die SPD verzwergt, AKK ist von den Parteigenossen ziemlich ramponiert, Merkel muss irgendwo hinter den Kulissen stecken und das Bild nach außen wird von Heiko Maas passend abgerundet. Wählerabwanderung allüberall bei der ehemaligen Mitte und diese bleibt unbesetzt. Es regiert der Drang nach Posten, Geld und Anerkennung.
Ich denke, es ist wie bei dem chinesischen Fluch, dem Schlimmsten, den ein Chinese einem anderen wünschen kann: „Es mögen Dir interessante Zeiten bevorstehen„.


Mittwoch, 30. Oktober (44.Woche 2019)

Graswurzelbewegungen: Der Club of Rome ist sozusagen der Weltmeister in der Vorhersage nicht eingetroffener Weltuntergänge, wie man mit einer Google-Suche nach „Club of Rome falsche Prognosen“ leicht feststellen kann. Sein Vize-Präsident Frithjof Finkbeiner betreibt die Stiftung Plant-for-the-Planet, die laut Wikipedia von UN-Mitarbeitern gegründet wurde. Der deutsche Ableger wiederum führt das Konto für Fridays for Future. Auch die gesamte Abrechnung der Spendengelder und der Ausgaben von FFF wird dort erledigt.
Fridays for Future ist also eher ein Geschäftsmodell der Plant-for-the-Planet Foundation und die hüpfenden Kids sind nur deren unwissendes Fußvolk.


Weltspartag: „Warum in Zeiten des Niedrigzinses eigentlich noch sparen? Das lohnt doch eh nicht mehr, sagen viele. Wir können es gleich ganz bleibenlassen. Stimmt das? Nein. Richtig ist, dass das Sparen falsch verstanden noch nie etwas gebracht hat. Aber wenn man es richtig angeht, ist es so wichtig wie eh und je.„, schreibt die -> Sparkasse.
Wenn dann erst mal der Negativzins beim Kunden ankommt, ist es besonders wichtig so wenig wie möglich Bargeld zu besitzen. Noch besser ist es, Bargeld komplett abzuschaffen. Deshalb sollte man alles auf die Banken tragen.
Also auf Banken in Ländern, die nicht zur Eurozone gehören!


„Leichenrausch“: Nach der Beerdigung folgt traditionell der Leichenschmaus. Nachdem aber Drogenhandel und -konsum immer weiter liberalisiert werden, wie man am Dealer-Denkmal im Görlitzer Park und demselben in Berlin sieht, servieren nun auch schon Restaurants den allseits beliebten Haschischkuchen. Das führte in Wiethagen bei Rostock zu einem „Leichenrausch“, nachdem der für diesen Anlass gebackene Kuchen von einer Angestellten verwechselt wurde. Die servierte Spezialität war von ihrer Tochter hergestellt worden und für einen „anderen Anlass“ gedacht. (Quelle: -> adevarul.ro)

Donnerstag, 31. Oktober (44.Woche 2019)

Kanzlerschwemme: Nach AKK, die in CDU-Kreisen angeblich als „Griff ins Klo“ bezeichnet wird, gibt es nun Kanzlerkandidaten zu Hauf. Söder, der gerade die CSU vergrünt hat angeblich Ambitionen und arbeitet aus dem bairischen Untergrund. Merz, der „alte weiße Mann“ wie ihn eine Tageszeitung genannt hat, startet schon mal den Angriff aus vorderster Front und Olaf Scholz „steht (auch) ziemlich weit vorne“ (ntv).
Olaf Scholz? Der Scholz von der SPD? <Lachflash>
Es will einfach nichts Besseres nachkommen.


Brexit: Der Remainer und Parlamentspräsident John Bercow des britischen Unterhauses wurde von Boris Johnson in einer Rede zu seinem Amtsabschied gewürdigt.
Bencrow sei ein großer Diener des Parlaments gewesen und habe wie ein Schiedsrichter in Wimbledon die Diskussionen geführt. Seine eigenen Kommentare habe er wie eine Tennisball-Maschine in das Parlament gefeuert. Außerdem habe er wie auch Stephen Hawking bewiesen, dass die Zeit dehnbar sei. Damit spielte er auf die stundenlangen Abstimmungen über den Brexit-Vertrag mit der EU an.
Respekt Mr. Johnson für diese Rede!

Boris Johnson: Rede

Wetterschwätzperte: Das Wetterorakel Dominik Jung der Onlinezeitung -> DerWesten hat wieder eine seiner gefürchteten Prognosen verkündet.
Zu Beginn des Frostwetters will der Meteorloge einen Ausblick auf den gesamten Winter werfen.
Was sagt -> Kachelmann dazu?
Nach 5 Tagen ist Schluss, denn wir wollen Sie nicht mit Pseudo-Vorhersagen vergackeiern.„.

Freitag, 01. November (44. Woche 2019)

Gegen Traditionen:

Der Hass, um den es hier geht, ist kein Affekt, kein bloßes Feindschaftsgefühl und kein Zerstörungswunsch. Es drückt sich in ihm eine kompromisslose Entschiedenheit aus – zur Verteidigung des Individuums und der Freiheit gegen die Tradition und den Zwang.

Quelle: https://www.deutschlandfunkkultur.de/umgang-mit-rassismus-hassen-ja-aber-das-richtige.1005.de.html?dram:article_id=462197
Der Deutschlandfunk und seine angeschlossenen Medien
Der Deutschlandfunk und seine angeschlossenen Medien

Rechtsstaat: Nach dem Klima-Notstand kommt jetzt ein neuer Notstand: Die Stadt Dresden hat den „Nazi-Notstand“ ausgerufen. Wissen die Stadtväter von Dresden die Definition des Begriffs „Notstand“ gar nicht? Oder wissen sie ihn doch, haben aber keine Lust mehr, sich an Recht und Gesetz zu halten?

Notstand ist der Zustand gegenwärtiger Gefahr für rechtlich geschützte Interessen, dessen Abwendung nur auf Kosten fremder Interessen möglich ist.
[…]
Kommt es in einem bestimmten Gebiet aufgrund von Naturkatastrophen, Krieg, Aufruhr oder ähnlichem zu einer unüberschaubaren Lage, so kann der Notstand, auch Ausnahmezustand, ausgerufen werden. In der Regel hat dies dann zur Folge, dass die öffentliche Gewalt auf ihre Bindung an Gesetz und Recht insoweit verzichten kann, wie sie es zur Bekämpfung des Notstandes für erforderlich hält. In den demokratischen Ländern bedeutet der Notstand in der Regel die Verkürzung des Rechtsschutzes gegen hoheitliche Maßnahmen sowie Zurückdrängung von längere Zeit in Anspruch nehmenden behördlichen oder legislativen Verfahren.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Notstand

Endlich hat Dresden freie Hand bei der Rettung der Welt – Gesetze hin oder her.


Regression: „Greta Thunberg sucht Hilfe für Atlantik-Überquerung“. Quelle: -> Die Welt
Der Skipper Boris Herrmann und sein Co-Segler Casiraghi haben sie im August mit einem High-Tech-Boot in die USA gebracht. Zum Rücktransport des Gefährts waren dann sechs Flüge notwendig (lt. Die Zeit am 15.08.2019). Casiraghi ist übrigens Mehrheitsaktionär der Fluggesellschaft Monacair in Monaco, die Hubschrauberflüge für Privatkunden anbietet, etwa um Staus zu umgehen.
Greta, nimm den Flieger, denn der Rückweg ist nach Deiner Religion sechs mal weniger klimaschädlich als Dein Hinweg!

Samstag, 02. November (44. Woche 2019)

Aussitzen! Angela Merkel sitzt beim Abspielen der deutschen Nationalhymne in Indien wieder mal, obwohl sie gerade noch eine militärische Ehrenformation abgeschritten hat, was eindeutig gegen eine Behinderung spricht.
Es gibt bislang keinen einzigen Staatschef, der des Gehens mächtig ist und beim Abspielen der eigenen Nationalhymne sitzen bleibt. Bisher hat auch noch keiner dabei gezittert.

Sonntag, 03.November (44. Woche 2019)

Leider viel zu spät! Thüringen brachte jetzt wohl endlich das Fass zum Überlaufen. Besser wird es dadurch aber auch nicht, nur weniger peinlich.

CDU-Geheimbund plant Sturz der Kanzlerin
CDU-Geheimbund plant Sturz der Kanzlerin

Letzte Woche habe ich mir eine Hassrede verkniffen und jetzt muss es einfach raus:
Seit es HD-Fernsehen gibt nehme ich die Brille ab, wenn Tina Hassel auf dem Bildschirm auftaucht :)


-> Rückblick: 43. Woche 2019

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